Freiwillig Beiträge in die Rentenversicherung einzahlen
Es gibt diesen Moment, in dem man plötzlich beginnt, über die eigene Rente nachzudenken. Nicht unbedingt, weil sie bald ansteht – oft ist es eher ein leiser Gedanke: „Eigentlich wäre es gut, das Thema mal in den Griff zu kriegen.“
Genau an diesem Punkt landen viele bei der Frage: Kann ich eigentlich selbst noch etwas tun, um meine spätere Rente zu verbessern?
Die Antwort ist einfacher, als viele erwarten: Ja. Und zwar durch freiwillige Beiträge.
Viele Menschen glauben, freiwillige Einzahlungen wären etwas für kurz vor der Rente, für diejenigen, die „noch schnell etwas retten wollen“. In Wirklichkeit ist das Gegenteil wahr. Die Möglichkeit gibt es fast in jedem Alter – und sie ist viel flexibler, als man denkt.
Manchmal sitzt mir jemand gegenüber, der überrascht ist, dass freiwillige Beiträge sogar helfen können, Zeiten aufzuwerten, die im Versicherungsverlauf zwar auftauchen, aber kaum Gewicht haben – zum Beispiel Schulzeiten. Sie zählen rentenrechtlich, erhöhen die Rente aber nicht automatisch. Erst freiwillige Beiträge können daraus im Fall der Fälle Entgeltpunkte machen, die die Rente erhöhen.
Und dann gibt es die Menschen, die noch nicht auf die erforderliche Mindestversicherungszeit kommen. Ein paar gezielte freiwillige Beiträge können darüber entscheiden, ob man später überhaupt Zugang zu bestimmten Rentenansprüchen hat – zum Beispiel zur Regelaltersrente oder zu einer Rente wegen Erwerbsminderung.
Andere wiederum möchten schlicht und einfach langfristig ihre Altersvorsorge stärken. Denn ein Entgeltpunkt ist und bleibt ein verlässlicher Baustein – unabhängig von Börsen, Zinsen oder nervösen Finanzmärkten. Wer regelmäßig oder gelegentlich freiwillig einzahlt, baut Stück für Stück ein zusätzliches Fundament.
Das Schöne daran: Die Beiträge sind frei wählbar (innerhalb gesetzlicher Mindest- und Höchstgrenzen). Es gibt keinen Vertrag, keine Kündigungsfrist, keinen Druck. Nur die Möglichkeit, Einfluss auf die eigene Rentenbiografie zu nehmen – und das jederzeit.
Ich selbst habe für die Schulzeit (16. bis 17. Lebensjahr) freiwillig nachgezahlt. Die Hintergründe hat der Rentenfuchs hier sehr anschaulich recherchiert und veröffentlicht.
Gerade, wenn man relativ gut verdient und steuerlich im Spitzensteuersatz unterwegs ist, lohnt sich die freiwillige Einzahlung aus meiner Sicht besonders.
Freiwillige Beiträge zum Ausgleich von Rentenminderungen
Viele, die über einen früheren Renteneintritt nachdenken, stoßen irgendwann auf die Zahl, die alles verändert: 0,3 Prozent Abschlag pro Monat, den man früher in Rente geht. Das klingt erst einmal nicht viel – aber über die Jahre summiert sich das. Und genau an diesem Punkt fragen sich viele: „Muss ich das wirklich einfach hinnehmen?“ Die gute Nachricht lautet: Nein.
Wer früher in Rente gehen möchte, kann die entstehenden Abschläge durch freiwillige Beiträge vollständig oder teilweise ausgleichen. Und das sogar lange bevor die Rente überhaupt ansteht.
Ich erlebe häufig, dass Menschen überrascht sind, wie flexibel dieses Modell ist. Die Deutsche Rentenversicherung berechnet auf Wunsch genau aus, welcher Betrag notwendig wäre, um die spätere Minderung auszugleichen. Einige zahlen dann alles auf einmal, andere in kleineren Schritten über mehrere Jahre. Beides ist möglich.
Es fühlt sich für viele wie eine Art Gestaltungsfreiheit an: Man entscheidet selbst, wann man gehen möchte – und wie sich das finanziell auswirken soll. Die einen nutzen es, um möglichst früh ohne dauerhafte Abschläge durchzustarten. Andere wollen einfach sicher sein, dass ihre spätere Rente stabil bleibt, auch wenn sie ein bisschen früher aus dem Berufsleben aussteigen. Wieder andere arbeiten weiter – das erhöht die Rente.
Üblicherweise ist ein Ausgleich erst ab 50 möglich – und sinnvoll. „Sofern ein besonderes Interesse nachgewiesen wird, kann die besondere Rentenauskunft aber auch schon vor dem 50. Lebensjahr beantragt werden“, schreibt der Rentenfuchs. Und das funktioniert. Ich selbst zahle schon jetzt, mit Mitte 40, freiwillig ein – um etwaige Abschläge später auszugleichen. Weil der Beitragssatz perspektivisch steigen wird, habe ich jetzt bereits ein besonderes Interesse daran, diese freiwilligen Beiträge zu leisten.
Privat investiere ich auch breitgestreut in ETF, wie es Finanztest und Co. empfehlen. Die Deutsche Rentenversicherung mit ihren vielfältigen Leistungen (Reha, EM-Rente und Hinterbliebenenabsicherung) bietet mir jedoch mehr als es irgendein privater Anbieter je tun würde. Deshalb lasse ich auf die Deutsche Rentenversicherung echt nix kommen… und deshalb engagiere ich mich auch als Versichertenberater. 😉
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Jens Krömer
Rentenantrag in Dortmund stellen? Jens Krömer ist Versichertenberater der Deutschen Rentenversicherung Bund. Er berät Versicherte kostenfrei und verlässlich. In diesem Ehrenamt berät er vor allem abends und am Wochenende. Er ist unter 📞 0231 13096600 und 📱 0160 92109363 sowie über das Kontakt-Formular zu erreichen.